Fazit
Die Geschichte der Russlanddeutschen war stark von den politischen Veränderungen in Russland geprägt.
Zar Peter hatte bereits im 18. Jahrhundert deutsche Bürger nach Russland geholt, um das Land zu modernisieren. Doch Katharina die Große forderte 1763 deutsche Siedler auf, um unbesiedelte Gebiete landwirtschaftlich zu nutzen. Sie versprach ihnen Religionsfreiheit und Befreiung vom Militärdienst. Dies ermöglichten es den Russlanddeutschen, sich erfolgreich in Russland niederzulassen und wirtschaftlich zu unterstützen.
Nach der Oktoberrevolution 1917 änderte sich die Lage. Lenin und die Bolschewiki verstaatlichten das Land und verboten die private Landwirtschaft, was viele Russlanddeutsche traf. 1924 wurde die Sowjetrepublik der Wolgadeutschen gegründet, in der sie ihre Sprache und Kultur weitgehend behalten konnten. Doch die Bauern verloren ihr ganzes Land und der Staat übernahm die Wirtschaft.
Die größte Katastrophe für die Russlanddeutschen kam unter Stalin. Er traute und betrachtete die Russlanddeutschen als mögliche Feinde. Als 1941 Deutschland die Sowjetunion angriff, ließ Stalin fast alle Russlanddeutschen nach Sibirien und Kasachstan umsiedeln. Viele wurden in Zwangsarbeitslager (Trudarmee) geschickt, wo sie unter extremen Bedingungen arbeiten mussten. Tausende starben an Hunger, Kälte und Krankheiten.
Die Russlanddeutschen erlebten in Russland zunächst eine Zeit der Freiheit und wirtschaftlichen Sicherheit. Doch unter Lenin verloren sie immer mehr Rechte. Durch Stalin wurden sie verfolgt und entrechtet. Ihre Geschichte zeigt, wie sich politische Umbrüche auf das Leben einer Minderheit auswirken können.